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Der innere Aufbau der IBAN

Die internationale Bankkontonummer fasst die Angaben, die früher auf Kontonummer und Bankleitzahl verteilt waren, in einer einzigen Zeichenfolge zusammen. Ihr Aufbau ist in der Norm ISO 13616 festgelegt und folgt in jedem Land demselben Grundmuster: zwei Buchstaben, zwei Ziffern und eine national bestimmte Kontokennung, deren Länge von Staat zu Staat feststeht.

Schematisch zerlegte IBAN mit farbig abgesetzter Länderkennung, Prüfziffer und Kontokennung
IBAN: Aufbau und Prüfziffer — schematische Darstellung.

Länderkennung, Prüfziffer und Kontoteil

Die ersten beiden Stellen einer IBAN bilden die Länderkennung. Sie entspricht dem zweibuchstabigen Ländercode nach ISO 3166-1, also DE für Deutschland, AT für Österreich oder CH für die Schweiz. Aus ihr ergibt sich zugleich, wie lang die gesamte Zeichenfolge sein muss und wie ihr hinterer Teil gegliedert ist.

Es folgen zwei Ziffern, die Prüfziffer. Sie gehört keiner Bank und keinem Konto, sondern wird allein aus den übrigen Zeichen berechnet. Erst danach beginnt die nationale Kontokennung, die sogenannte BBAN. Sie übernimmt die im jeweiligen Land gebräuchlichen Angaben zur Bank und zum Konto; in Deutschland sind das die achtstellige Bankleitzahl und die zehnstellige Kontonummer, die bei kürzeren Nummern mit führenden Nullen aufgefüllt wird.

Die Gesamtlänge ist je Land fest, unterscheidet sich aber zwischen den Ländern erheblich. Eine deutsche IBAN umfasst 22 Zeichen, eine österreichische 20; einige Staaten kommen mit deutlich weniger aus, andere liegen darüber. Die Norm begrenzt die Länge auf höchstens 34 Zeichen. Zulässig sind ausschließlich Großbuchstaben und Ziffern. In der maschinellen Verarbeitung steht die IBAN ohne Trennzeichen, im Druck wird sie zur besseren Lesbarkeit in Vierergruppen gesetzt.

Das Prüfverfahren Modulo 97 nach ISO 7064

Die beiden Prüfziffern beruhen auf dem Verfahren MOD 97-10 aus der Norm ISO 7064. Für die Kontrolle werden die vier führenden Zeichen, also Länderkennung und Prüfziffer, an das Ende der Zeichenfolge gestellt. Anschließend wird jeder Buchstabe durch eine zweistellige Zahl ersetzt: A steht für 10, B für 11 und so fort bis Z für 35. Übrig bleibt eine sehr lange, reine Dezimalzahl.

Diese Zahl wird durch 97 geteilt. Bleibt dabei genau der Rest 1, gilt die IBAN als formal gültig. Jeder andere Rest weist die Zeichenfolge zurück. Beim Erzeugen einer IBAN geht man den umgekehrten Weg: Man setzt an die Stelle der Prüfziffer zunächst zwei Nullen, ermittelt den Rest der Division durch 97 und zieht ihn von 98 ab. Das Ergebnis wird zweistellig geschrieben, bei Werten unter zehn also mit führender Null.

Wogegen die Prüfziffer wirklich schützt

Der Modul 97 ist eine Primzahl, und darin liegt die Stärke des Verfahrens. Es erkennt jede einzelne falsch getippte Stelle sowie praktisch alle Vertauschungen benachbarter Zeichen, also genau jene Abweichungen, die beim Abschreiben am häufigsten auftreten. Die Prüfung sagt allerdings nichts darüber aus, ob das Konto tatsächlich existiert oder wem es gehört; sie ist eine reine Rechenkontrolle der Zeichenfolge.

Bedeutung im europäischen Zahlungsverkehr

Weil die Kontrolle ohne Rückfrage bei einer Bank auskommt, lässt sie sich überall dort ausführen, wo eine Kontoverbindung eingegeben wird: in Formularen, Kassensystemen und Buchhaltungsprogrammen. Falsche Eingaben fallen so auf, bevor eine Überweisung überhaupt eingereicht wird. Im einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum ist die IBAN die maßgebliche Kontokennung; die früher zusätzlich verlangte Bankkennung BIC entfällt bei Zahlungen innerhalb dieses Raums in aller Regel.

Belege

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