Der Pariser Stich bei Schuhgrößen
Der Pariser Stich ist die Maßeinheit, in der Schuhgrößen in weiten Teilen Kontinentaleuropas angegeben werden. Ein Stich entspricht zwei Dritteln eines Zentimeters, also rund 6,7 Millimetern. Die Größenzahl beschreibt dabei nicht die Länge des Fußes, sondern die Länge des Leistens, um den herum der Schuh gebaut wird. Zwischen benachbarten Größen liegen daher stets die gleichen knapp sieben Millimeter.
Herkunft und Rechenweg des Stichmaßes
Das Stichmaß geht auf die Nagelabstände zurück, mit denen Schuhmacher die Sohlen früherer Jahrhunderte hefteten. Als Einheit setzte sich später der Pariser Stich durch, der auf zwei Drittel eines Zentimeters festgelegt wurde. Eine Größe umfasst damit etwa 6,67 Millimeter. Halbe Größen werden im kontinentalen System üblicherweise nicht gebildet; stattdessen springt die Skala in ganzen Stichen.
Die Rechnung ist schlicht: Die Länge des Leistens in Zentimetern wird durch zwei Drittel geteilt, also mit 1,5 multipliziert. Ein Leisten von 28 Zentimetern ergibt somit die Größe 42. Weil der Sprung von einer Größe zur nächsten kleiner ist als ein Zentimeter, fallen die Abstufungen feiner aus als in den angelsächsischen Systemen, deren Grundeinheit ein Drittel Zoll und damit gut acht Millimeter beträgt.
Zugabe: warum der Schuh länger ist als der Fuß
Ein Fuß braucht im Schuh Platz zum Abrollen. Beim Gehen verlagert sich das Gewicht nach vorn, der Fuß wird unter Belastung länger, und die Zehen schieben sich in die Schuhspitze. Der Leisten ist deshalb länger als der Fuß, für den der Schuh gedacht ist. Diese Zugabe liegt je nach Modell und Hersteller meist bei etwa einem bis eineinhalb Zentimetern, bei sportlichem Schuhwerk eher darüber, bei eng anliegenden Modellen darunter.
Weil die Zugabe nicht einheitlich festgelegt ist, kann derselbe Fuß in verschiedenen Marken zwei Größen auseinanderliegen. Die aufgedruckte Zahl beschreibt den Leisten, nicht den Träger. Wer seine Fußlänge misst, sollte im Stand messen, beide Füße prüfen und den längeren zugrunde legen; der Umrechnung von Fußlänge in Größe muss die Zugabe des jeweiligen Herstellers hinzugerechnet werden. Auch die Fußbreite, im Fachhandel als Weite geführt, bleibt in der Größenzahl unberücksichtigt.
Britische und amerikanische Größenzählung
Das britische System zählt nicht in Stichen, sondern in Dritteln eines Zoll, also in Schritten von etwa 8,5 Millimetern, und beginnt seine Zählung bei einer Leistenlänge, die nicht mit dem Nullpunkt der Pariser Skala zusammenfällt. Daraus folgt, dass sich beide Skalen nicht durch eine feste Zahl ineinander überführen lassen: Der Abstand zwischen kontinentaler und britischer Größe verändert sich über die Skala hinweg.
Umrechnungstabellen und ihre Grenzen
Die US-amerikanischen Größen bauen auf der britischen Zählung auf, sind ihr gegenüber jedoch verschoben, und Damen- und Herrengrößen sind dort zusätzlich unterschiedlich angesetzt. Übliche Umrechnungstabellen bilden diese Verhältnisse nur näherungsweise ab und runden auf verfügbare Konfektionsgrößen. Verlässlicher als jede Tabelle ist die Angabe der Innenlänge in Zentimetern, wie sie unter anderem in japanischen Größen und in der internationalen Mondopoint-Zählung verwendet wird.