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Fahrradreifengrößen nach ETRTO

Die ETRTO-Bezeichnung beschreibt einen Fahrradreifen mit zwei Zahlen: der Nennbreite und dem Innendurchmesser der Felge, jeweils in Millimetern. Damit lässt sich eindeutig bestimmen, ob Reifen und Felge zusammenpassen. Ältere Zoll- und französische Angaben leisten das nur eingeschränkt, weil sie den Außendurchmesser des montierten Rades und nicht das Sitzmaß beschreiben.

Reifenflanke mit eingeprägter Größenangabe 37-622 neben einer freiliegenden Felge
ETRTO: Breite und Felgendurchmesser — schematische Darstellung.

Aufbau der ETRTO-Bezeichnung

Eine ETRTO-Angabe wie 37-622 besteht aus zwei durch einen Bindestrich getrennten Zahlen. Die erste Zahl nennt die Nennbreite des Reifens in Millimetern, bezogen auf den aufgepumpten Reifen auf einer passenden Felge. Die zweite Zahl bezeichnet den Innendurchmesser des Reifens beziehungsweise den Durchmesser des Felgenbetts, also jenes Maß, an dem der Reifenwulst auf der Felge sitzt. Reifen und Felge passen nur dann zusammen, wenn diese zweite Zahl übereinstimmt.

Felgen tragen dieselbe Systematik in umgekehrter Reihenfolge, etwa 622-19: zuerst der Innendurchmesser, danach die Maulweite zwischen den Felgenhörnern. Die Bezeichnung ist inhaltlich mit der internationalen Reihe ISO 5775 abgestimmt, weshalb die Zahlenpaare häufig auch ISO-Größen genannt werden. Da die Nennbreite eine Herstellerangabe ist, kann die tatsächlich gemessene Breite je nach Maulweite der Felge und gefahrenem Luftdruck davon abweichen.

Zoll- und französische Angaben im Vergleich

Die ältere Zollangabe nennt den ungefähren Außendurchmesser des fertig montierten Rades zusammen mit der Reifenbreite, etwa 28 x 1,40 Zoll. Die französische Schreibweise verfährt ähnlich, gibt den Durchmesser jedoch in Millimetern an und ergänzt einen Buchstaben, zum Beispiel 700 C oder 650 B.

Der Buchstabe unterschied ursprünglich Reifen verschiedener Höhe, die trotz unterschiedlicher Felgendurchmesser auf denselben Außendurchmesser kamen. In heutiger Lesart entspricht 700 C dem Felgenmaß 622 und 650 B dem Felgenmaß 584. Die Buchstabenreihe hat damit keine eigenständige Bedeutung mehr, sondern dient nur noch als überlieferte Kurzform für ein bestimmtes Sitzmaß.

Warum Zollangaben mehrdeutig sind

Räder mit gleicher Zollangabe können unterschiedliche Felgendurchmesser besitzen. Unter der Bezeichnung 26 Zoll finden sich neben dem weit verbreiteten Maß 559 auch ältere Bauarten mit abweichendem Durchmesser, und 28 Zoll steht je nach Bauart für 622 oder für 635. Umgekehrt wird das Maß 622 sowohl als 28 Zoll als auch als 29 Zoll geführt, obwohl dieselbe Felge gemeint ist. Erst die Millimeterangabe macht die Zuordnung eindeutig.

Verbreitete Felgendurchmesser in der Praxis

Im Alltag dominieren wenige Felgenmaße. Das Maß 622 findet sich an Renn-, Trekking- und vielen Mountainbikes, 584 an Rädern der Kategorie 27,5 Zoll sowie an klassischen 650-B-Rädern, 559 an älteren Mountainbikes und zahlreichen Alltagsrädern. Kleinere Maße wie 507, 406 oder 349 gehören überwiegend zu Kinder-, Lasten- und Falträdern.

Bei der Breite setzen Rahmen, Gabel, Bremsen und Schutzbleche die praktischen Grenzen, denn der Reifen benötigt ringsum Freigang. Zusätzlich sollte die Maulweite der Felge zur gewählten Reifenbreite passen; Hersteller und Normen nennen dafür zulässige Bereiche. Ebenso müssen Reifen und Felge für dieselbe Bauart ausgelegt sein, etwa für Felgen mit oder ohne Haken, und für den vorgesehenen Luftdruck freigegeben sein.

Belege

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