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Zeitzonen: Bezugsmeridian und UTC-Versatz

Die Ortszeit eines Landes wird als Abweichung von der koordinierten Weltzeit angegeben, etwa UTC+1 für Mitteleuropa. Diese Zählweise geht auf den Nullmeridian von Greenwich zurück und teilt die Erde grob in Zonen von je fünfzehn Längengraden. In der Praxis folgen die Grenzen jedoch politischen Linien, und nicht jede Zone liegt auf einer vollen Stunde.

Weltkarte mit senkrechten Zeitzonenstreifen und dem Nullmeridian durch Greenwich
Zeitzonen: Versatz zu UTC — schematische Darstellung.

Der Nullmeridian als Bezugslinie

Der Nullmeridian verläuft durch die Sternwarte von Greenwich im Osten Londons und markiert den Längengrad null. Da sich die Erde in vierundzwanzig Stunden einmal um sich selbst dreht, entspricht eine Stunde einer Drehung um fünfzehn Längengrade. Aus dieser Rechnung ergibt sich das Grundraster der Zeitzonen: Jede Zone deckt idealerweise einen Streifen von fünfzehn Grad ab, dessen Mittelmeridian die Ortszeit bestimmt.

Dieses Raster ist jedoch nur ein Ausgangspunkt. Staaten legen ihre gesetzliche Zeit selbst fest, und die Zonengrenzen springen deshalb entlang von Landes- und Provinzgrenzen. China etwa erstreckt sich geografisch über mehrere Raster, verwendet aber landesweit eine einzige Zeit. Umgekehrt teilen große Flächenstaaten wie die Vereinigten Staaten oder Russland ihr Gebiet in mehrere Zonen auf. Hinzu kommt die Sommerzeit, die den Versatz vieler Länder für einen Teil des Jahres um eine Stunde verschiebt.

Zonen mit halben und viertel Stunden

Nicht jede gesetzliche Zeit unterscheidet sich um ein ganzes Vielfaches einer Stunde von UTC. Eine Reihe von Ländern verwendet einen Versatz, der auf eine halbe Stunde endet, darunter Indien mit UTC+5:30 sowie der Iran, Afghanistan und Teile Australiens. Solche Werte entstehen, wenn ein Staat seine Zeit näher an die tatsächliche Sonnenzeit seines Kerngebiets rücken will, ohne sich einer Nachbarzone anzuschließen.

Seltener sind Viertelstundenzonen. Nepal liegt bei UTC+5:45, und auch die neuseeländischen Chatham-Inseln verwenden einen Versatz, der auf eine Viertelstunde endet. Historisch existierten weitere krumme Werte, bevor die Länder ihre Ortszeiten vereinheitlichten. Für die Datenverarbeitung folgt daraus eine praktische Konsequenz: Ein Versatz lässt sich nicht als ganze Zahl von Stunden speichern, sondern wird üblicherweise in Minuten oder Sekunden gerechnet.

Von GMT zur koordinierten Weltzeit

Die Greenwich Mean Time war ursprünglich eine astronomisch bestimmte Zeit: Sie leitete sich aus der Beobachtung des Sonnenstands am Nullmeridian ab und war damit unmittelbar an die Erdrotation gebunden. Da diese Rotation nicht vollkommen gleichmäßig verläuft, taugt sie nur begrenzt als Grundlage für präzise Messungen. Die koordinierte Weltzeit UTC beruht deshalb auf Atomuhren, deren Gang von der Bewegung der Erde unabhängig ist.

Schaltsekunden und der heutige Sprachgebrauch

Damit UTC nicht von der Erdrotation wegläuft, wird die Skala bei Bedarf um eine Schaltsekunde angepasst. Die Abweichung zur astronomisch bestimmten Zeit bleibt dadurch gering. Im Alltag werden GMT und UTC häufig gleichgesetzt, und für die Uhrzeit an der Wand macht das keinen Unterschied. Fachlich bezeichnet GMT jedoch eine Zeitskala aus der Astronomie, während UTC eine technisch definierte Skala ist, auf die sich alle heutigen Zeitzonenangaben beziehen.

Belege

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