FeldbuchNormen und Masse des Alltags, nachgeschlagen

Die dreizehnstellige ISBN

Die ISBN-13 identifiziert seit 2007 weltweit jede Ausgabe eines Buchtitels mit dreizehn Ziffern. Sie setzt sich aus fünf Bestandteilen zusammen, die von einem Präfix bis zur abschließenden Prüfziffer reichen. Ihre Struktur folgt der internationalen Norm ISO 2108 und macht die Nummer zugleich zu einer gültigen Artikelnummer im Handel.

Schematische Aufteilung einer dreizehnstelligen ISBN in ihre fünf Bestandteile
ISBN-13: Aufbau der Nummer — schematische Darstellung.

Die fünf Bestandteile der Nummer

Eine ISBN-13 beginnt mit einem dreistelligen Präfix, das aus dem Nummernsystem des Handels stammt. Vergeben werden bislang die Werte 978 und 979. Das ältere 978 kennzeichnet den Bereich, der aus den früheren zehnstelligen Nummern hervorgegangen ist, während 979 einen neu geschaffenen Nummernraum eröffnet. Innerhalb von 979 ist ein Abschnitt den Musikalien vorbehalten und wird dort als internationale Standardmusiknummer geführt.

Es folgt die Gruppennummer, die einen Sprachraum, ein Land oder eine Ländergruppe bezeichnet. Sie ist zwischen einer und fünf Ziffern lang. Kleine Zahlen stehen für große Märkte, etwa 0 und 1 für den englischsprachigen Raum und 3 für den deutschen Sprachraum. Je mehr Titel in einer Gruppe erwartet werden, desto kürzer fällt ihre Kennung aus, weil dann mehr Stellen für die nachfolgenden Teile übrig bleiben.

Verlagsnummer und Titelnummer teilen sich den verbleibenden Raum. Ein Verlag mit großem Programm erhält eine kurze Verlagsnummer und damit viele mögliche Titelnummern, ein Kleinverlag eine lange Verlagsnummer und entsprechend wenige. Die Titelnummer bezeichnet eine bestimmte Ausgabe: Hardcover, Taschenbuch und E-Book desselben Werkes tragen jeweils eigene Nummern.

Berechnung der Prüfziffer

Die dreizehnte Stelle ist eine Prüfziffer, die Vertipper bei der Eingabe erkennen soll. Sie wird berechnet, indem die zwölf vorangehenden Ziffern abwechselnd mit 1 und 3 gewichtet und die Produkte addiert werden. Die Prüfziffer ist der Wert, der diese Summe auf das nächste Vielfache von zehn ergänzt. Ergibt die Rechnung bereits genau ein Vielfaches von zehn, lautet sie 0.

Dieses Verfahren entspricht dem der europäischen Artikelnummer und erkennt jede einzelne verstellte Ziffer zuverlässig. Vertauschte Nachbarziffern bleiben allerdings unentdeckt, wenn sie sich um fünf unterscheiden. Die ältere ISBN-10 arbeitete mit einer anderen Gewichtung und konnte deshalb das Zeichen X als Prüfzeichen für den Wert zehn enthalten. In der ISBN-13 kommen ausschließlich Ziffern vor, was die maschinelle Verarbeitung vereinfacht.

Der Wechsel von zehn auf dreizehn Stellen

Zum 1. Januar 2007 wurde die zehnstellige ISBN durch die dreizehnstellige abgelöst. Ausschlaggebend war der knapp gewordene Nummernraum, vor allem in den stark genutzten Gruppen, sowie der Wunsch des Handels, Bücher mit demselben Nummernsystem zu erfassen wie andere Waren. Die Umstellung war Jahre zuvor angekündigt worden, sodass Verlage, Bibliotheken und Warenwirtschaftssysteme Zeit zur Anpassung hatten. Übergangsweise wurden beide Formen nebeneinander gedruckt.

Umrechnung alter Nummern

Eine ISBN-10 lässt sich verlustfrei in eine ISBN-13 überführen: Das Präfix 978 wird vorangestellt, die alte Prüfziffer entfällt und eine neue wird nach dem Gewichtungsschema 1 und 3 berechnet. Gruppen-, Verlags- und Titelnummer bleiben dabei unverändert. Umgekehrt funktioniert die Rückrechnung nur bei Nummern mit dem Präfix 978. Nummern aus dem Bereich 979 haben keine zehnstellige Entsprechung und lassen sich deshalb nicht verkürzen.

Haeufige Fragen zur Nummer

Warum hat die ISBN dreizehn Stellen?

Seit 2007 gilt die dreizehnstellige Form. Sie entstand, indem der frueheren zehnstelligen Nummer das Praefix 978 oder 979 vorangestellt und die Pruefziffer nach dem Verfahren der EAN-13 neu berechnet wurde.

Kann eine Ausgabe zwei Nummern tragen?

Jede eigenstaendige Ausgabe erhaelt eine eigene Nummer. Gebundene Ausgabe, Taschenbuch und E-Book eines Titels sind verschiedene Ausgaben und tragen daher verschiedene Nummern.

Woran erkennt man eine falsche Nummer?

An der Pruefziffer. Sie ergaenzt die gewichtete Quersumme der ersten zwoelf Stellen zum naechsten Vielfachen von zehn; stimmt sie nicht, liegt ein Uebertragungsfehler vor.

Belege

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