Bildseitenverhaeltnisse im Ueberblick
Das Bildseitenverhaeltnis beschreibt das Verhaeltnis von Breite zu Hoehe einer rechteckigen Bildflaeche. Es wird als gekuerztes Zahlenpaar angegeben, etwa 4:3 oder 16:9, und bleibt unabhaengig von der absoluten Groesse gleich. Die gebraeuchlichen Werte stammen aus der Geschichte von Kinofilm, Fernsehen und Fotografie und praegen bis heute Bildschirme, Kameras und Videoformate.
Herkunft der gaengigen Formate
Das Verhaeltnis 4:3 ist das aelteste der heute noch gelaeufigen Formate. Es entspricht dem klassischen Bildfenster des 35-Millimeter-Films aus der Stummfilmzeit und wurde vom Fernsehen der Nachkriegsjahrzehnte uebernommen, auch weil Bildroehren in dieser gedrungenen Proportion vergleichsweise einfach zu fertigen waren. Ueber lange Zeit war 4:3 damit das Mass, an dem sich Kameras, Projektoren und Empfangsgeraete gleichermassen ausrichteten.
Die Fotografie ging einen eigenen Weg. Als sich das Kleinbild aus dem 35-Millimeter-Kinofilm entwickelte, wurde das Einzelbild quer statt hochkant belichtet und dabei etwa doppelt so breit angelegt. Daraus ergab sich 3:2, das Verhaeltnis der klassischen Kleinbildaufnahme. Digitale Spiegelreflex- und Systemkameras behielten es bei, waehrend viele Kompaktkameras und Telefonkameras zwischen 4:3 und 16:9 umschalten lassen.
Ein Verhaeltnis richtig kuerzen
Ein Seitenverhaeltnis entsteht, indem Breite und Hoehe durch dieselbe Zahl geteilt werden, bis sich beide Werte nicht weiter gemeinsam teilen lassen. Aus 1920 mal 1080 Bildpunkten wird auf diesem Weg 16:9, aus 1024 mal 768 Bildpunkten ergibt sich 4:3. Das gekuerzte Paar sagt nichts ueber die Aufloesung oder die Bildschirmgroesse aus, sondern allein ueber die Form der Flaeche.
Der groesste gemeinsame Teiler
Praktisch bestimmt man den groessten gemeinsamen Teiler der beiden Zahlen und teilt beide dadurch. Bei 1920 und 1080 betraegt er 120, was unmittelbar auf 16 und 9 fuehrt. Fuehrt das Kuerzen zu keinem handlichen Paar, wird das Verhaeltnis stattdessen als Dezimalzahl angegeben, etwa rund 1,78 fuer 16:9 und 1,5 fuer 3:2. Diese Schreibweise erleichtert den Vergleich zweier aehnlicher Formate.
Breitbild im Kino und am Schreibtisch
Im Kino setzten sich ab den 1950er Jahren deutlich breitere Formate durch, nicht zuletzt um sich vom Fernsehen abzuheben. Breitwandverfahren wie CinemaScope arbeiteten mit anamorphotischen Objektiven, die das Bild bei der Aufnahme seitlich stauchen und bei der Projektion wieder auseinanderziehen. Fuer das digitale Fernsehen wurde spaeter 16:9 gewaehlt, ein Kompromiss zwischen dem alten Normalbild und den breiten Kinoformaten.
Noch breitere Bildschirme werden als 21:9 beworben, obwohl das Verhaeltnis der Bildpunkte diesem Zahlenpaar meist nur nahekommt; gebraeuchlich sind Werte in der Groessenordnung von 64:27. Solche Geraete zeigen breit gedrehte Filme ohne oder mit nur schmalen schwarzen Balken. Am Schreibtisch bieten sie vor allem Platz fuer mehrere nebeneinanderliegende Fenster und lange Zeitleisten in Schnittprogrammen.