Das Flaechengewicht von Papier
Die Grammatur beschreibt die Masse eines Papierbogens bezogen auf einen Quadratmeter Flaeche und wird in Gramm pro Quadratmeter angegeben. Sie ist die wichtigste Kenngroesse im Papierhandel, weil sie unabhaengig vom Format vergleichbar bleibt. Ueber die Dicke eines Blattes sagt sie allein jedoch wenig aus, denn diese haengt zusaetzlich vom spezifischen Volumen des Materials ab.
Definition und Messung der Grammatur
Die Grammatur, auch Flaechengewicht oder Flaechenmasse genannt, ist definiert als Masse pro Flaecheneinheit und wird in Gramm je Quadratmeter angegeben. Ein Bogen im Format A0 misst genau einen Quadratmeter; ein A0-Bogen aus Papier mit 80 g/m2 wiegt daher 80 Gramm. Da sich die Flaeche mit jedem Halbierungsschritt der A-Reihe halbiert, wiegt ein Blatt A4 desselben Papiers rund fuenf Gramm.
Bestimmt wird der Wert, indem eine Probe bekannter Flaeche unter genormten Klimabedingungen gewogen wird, denn Papier ist hygroskopisch und veraendert seine Masse mit der Luftfeuchte. Ueblich sind dabei eine Temperatur von 23 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchte von 50 Prozent. Im Handel erscheint die Grammatur als Nennwert, um den die tatsaechlich gemessenen Werte innerhalb festgelegter Toleranzen streuen duerfen.
Abgrenzung zu Dicke und Volumen
Grammatur und Dicke werden im Alltag haeufig gleichgesetzt, sind aber verschiedene physikalische Groessen. Die Grammatur ist eine Masse pro Flaeche, die Dicke dagegen eine Laenge und wird meist in Mikrometern angegeben. Zwei Papiere mit identischer Grammatur koennen deutlich unterschiedlich dick ausfallen, wenn sich Faserstruktur, Fuellstoffanteil oder die Verdichtung beim Glaetten unterscheiden. Ein stark satiniertes Bilderdruckpapier wirkt duenner als ein bauschiges Werkdruckpapier desselben Flaechengewichts.
Volumen als Kennzahl der Bauschigkeit
Das Verhaeltnis von Dicke zu Grammatur heisst spezifisches Volumen und wird in Kubikzentimetern je Gramm ausgedrueckt. In der Buchherstellung ist dafuer schlicht der Begriff Volumen gelaeufig: Ein Papier mit dem Volumen 1,0 gilt als normalvoluminoes, hoehere Werte kennzeichnen besonders bauschige Sorten. Verlage nutzen diese Eigenschaft, um die Dicke eines Buchruecken gezielt zu steuern, ohne das Gewicht des Bandes und damit die Versandkosten zu erhoehen.
Typische Werte von Zeitung bis Karton
Zeitungspapier liegt am unteren Ende der Skala und bewegt sich typischerweise im Bereich von etwa 40 bis 50 g/m2. Uebliches Buerokopierpapier hat 80 g/m2 und gilt in Europa als Standard fuer Drucker und Kopierer. Etwas schwerere Sorten von 90 bis 120 g/m2 dienen Geschaeftsbriefen, Broschueren und beidseitigem Druck, weil sie merklich weniger durchscheinen.
Oberhalb davon schliessen sich kraeftige Druckpapiere und Kartonqualitaeten an. Die Grenze zwischen Papier, Karton und Pappe wird ueber das Flaechengewicht bestimmt: Als Papier gelten Erzeugnisse bis etwa 150 g/m2, als Karton der Bereich darueber bis rund 600 g/m2, schwerere Materialien zaehlen als Pappe. Diese Einteilung ist eine Konvention und faellt je nach Quelle und Anwendungsbereich leicht unterschiedlich aus. Visitenkarten, Postkarten und Faltschachteln liegen meist bei einigen hundert Gramm je Quadratmeter.